St. Petersburg - 11.06.2007

Montag, 23. April. Genau um 18.04 Uhr geht mein Handy: hallo Thomas, hast Du einen gültigen Reisepass? Ich antworte: nein! Warum fragte ich. Die Antwort von der anderen Seite, haute mich vom Hocker: wir sind eingeladen, von Gazprom, es geht nach St. Petersburg - Du bist dabei! Vom 06. bis 07. Mai geht es für mich nun in die russische Metropole.

Allerdings nur, wenn ich es schaffe, innerhalb von 12 Stunden einen gültigen Reisepass zu bekommen, einen Visumsantrag und das ganze auch noch am anderen Morgen in GE ist. Dank einiger Helfer, bei denen ich mich hier nochmals bedanken möchte, habe ich es geschafft. Ich bin dabei; bei einer Tour, wo ich nicht weiß, was mich erwartet. Russland, weit weg von Deutschland und den bekannten Vorurteilen....

Nach dem Sieg über die Clubberer war für mich die Nacht bereits um 2.38 Uhr vorüber. Ab in´s Bad - schnell frisch gemacht und den Koffer gepackt. Bezirksleiter Dieter erwartete mich, wie vereinbart, um 3.15 Uhr an Bölles Tanke. Koffer in den Golf und ab nach GE. Dort stiegen wir dann an  der Berliner Brücke in den Sammelbus nach Düsseldorf ein.

Schnell verging die Fahrt zum Flughafen in der Landeshauptstadt.

Mit der nötigen Ruhe wurde am Flughafen ein ordentlicher Kaffee zu sich genommen. Über den Preis möchte ich keine Worte verlieren... Bevor es in die AirBerlin Maschine ging, war Fototermin.

Eins sei Euch versichert, man kommt nach Russland schneller rein, als raus. Schnell haben wir die Einreise- und Zollkontrollen hinter uns gebracht.Vor dem Flughafen in St. Petersburg warteten bereits 3 Busse mit Luxusausstattung. Dazu dann noch eine Mercedes C-Klasse mit bunten Lichtern oben drauf.

Mit Höchstgeschwindigkeit ging es quer durch St. Petersburg zum Stadion von Zenit. Auf dieser Fahrt haben wir erfahren, das rote Ampeln nicht rot sein müssen; und grüne Ampeln nicht zwingend grün sind. Auf jeden Fall waren wir ratz fatz am Stadion.

Das Stadion, das Wetter - da kam bei dem Einen oder Anderem Parkstadionfeeling auf. Endlich mal wieder Regentropfen auf Trikot und Fanschal. Kaum auf den Rängen der Glückseeligkeit, zupfte ein kleiner Junge an meinen Königsblau Metelen Schal. Wollte er ihn klauen? Nein! Wollte er nicht. Sein Vater stand daneben und sprach in gebrochenem Englisch: "change"? Darauf ich: ja! Aber bitte ein Foto:

Das war ein Erlebnis, dass ich nie vergessen werde. Dieses Lächeln, die braunen Kulleraugen des Jungen. Und das alles wegen einem Schalke Schal....

Was  die Stimmung beim Erstligaspiel zwischen St. Petersburg und Samara angeht, kann der Beobachter nur sagen: Respekt den Fans von Zenit!!!

Der Support der Zenit Fans war einmalig. Die Lautstärke und Synchronität - davon können sich sogar die Ultras noch eine Scheibe abschneiden. Hätten die ein Dach auf dem Stadion gehabt, wären uns die Ohren abgeflogen!

Nach einem ordentlichem Imbiss - egal ob Brot oder Kaviar -  oder Cola und Vodka - es ging uns gut. Nicht ganz so gut ging es uns beim Fan Fussek Turnier. Die Zenit Leute dachten wohl, dass eine Auswahlmannschaft von S04 zum Fantreffen antritt... Frei nach dem Motto: doppelt so alt und doppelt so schwer hatten wir gegen die aktuelle A-Jugend von Zenit keine Chance.

Inzwischen war auch die Führungsspitze der Königsblauen vor Ort.

Egal - trotz des "göttlichen" Beistandes wurde unsere Fan Vertretung mit 12 : 2 an die Wand genagelt. Schon bei dem Fanspiel wurde deutlich, dass sich die Zenit Fans kaum von den Schalke Anhängern unterscheiden: im Support! Da skandierten die Russen "Schalke - 04" und wir konterten mit einem laufstarken "Zenit". Das war ein Traum.....

Zum Abendessen sollte es zum absoluten Fanduell kommen. Wir wurden fürstlich bekocht. Als alle - vermeintlich - satt waren, kam die Info: "Ihr könnt runter, der Hauptgang ist serviert...". Wir waren alle baff - nix geht mehr - satt!. Mit reichlich leckerem Bier - und ohne Vodka! - ging die Party ihren Gang.

Beim Sangesduell macht die Königsblauen den Anfang.

Mit Schalke 04, liebe im Revier oder Steht auf, wenn ihr Schalker seid - egal die Russen waren lauter...

Allerdings haben wir sie am Ende doch geschlagen! Mit "Blau und Weiß ein Leben lang" konnten wir die Zenit Fans in die Schranken weisen.

Allerdings haben uns die Russen doch am Ende gezeigt, wo der Hammer hängt. Als wir die Kneipe Richtung Hotel verlassen wollten, haben sie die Russische Nationalhymne abgesungen - Respekt und Gänsehaut inklusive.

An der gut gefüllten Hotelbar bedurtfte keines Wunsches. Alles war da; dank Gazprom. Ich war um 4 Uhr im Bett. Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass es bis 7.30 Uhr ging.

Genau so sah es beim Frühstück aus. Dank Gazprom war das Frühstück deutlich orpulenter als unter der normalen Woche. Egal, ich lass es mir schmecken.

Die bevorstehende Stadtrundfahrt startete am Fan Shop von Zenit.

Unsere Tourleiterin Olga war die Stimmungskanone schlechthin: egal ob "ja, ja" oder "Haseninsel" sie war uns immer einen Schritt voraus und präsentierte uns St. Petersburg von seiner schönsten Seite.

Bei der Rückfahrt zum AirBerlin Flieger mussten wir allerdings noch einmal links abbiegen. Zur Blau-Weissen Kirche.Grün-weiss in klein und rot-weiss in noch kleiner sorgten für Diskussionen im Kampf um die Meisterschaft.

Trotz einiger Turbulenzen hat unser Pilot geschmeidig in Düsseldorf aufgesetzt. Das brachte ihm neben einer Laola Welle auch ein "Das war super, das war elegant..." ein. Nicht schön gesungen - aber laut!. Aber alle im Flieger stimmten schliesslich ein: "Wir woll´n den Käptain sehn, wir woll´n den Käptain sehn...."

Fazit: Es war eine tolle Tour. Viele sagten sogar eine geile Tour. Weit weg von Kommerz und Gazprom. Dr. Claus Bergschneider stellte deutlich heraus, das Gazprom keinesfalls die Meinung der Fans "kaufen" will; oder sogar den Verein FC Schalke 04.

Mein Fazit: Scheiß Wetter in Düsseldorf, ich will zurück nach St. Petersburg....

Munter bleiben.
Thomas

Zusätzliche Informationen