Josef Schnusenberg zu Gast im Bezirk 3 - 26.08.2007

 

Rheine - Pünktlich um 19.04 Uhr schritt Schalkes erster Mann, Josef Schnusenberg, zum Podium. In der Hand trug er eine Aktentasche. Vermutlich lag darin der frisch unterzeichnete Vertrag mit der Neuverpflichtung Carlos Großmüller. Eigentlich hätte Schnusenberg unmittelbar vor dem Info-Abend den DFB-Stützpunkt in Hauenhorst besuchen sollen.

 

Die Kreisauswahl-Kicker trainierten. Aufgrund des Transfers verspätete er sich aber.

 

In den Saal der Gaststätte Breckweg in Hauenhorst hatte Dieter Brand, hiesiger Bezirksleiter im Fanclub-Dachverband der Schalker, den Präsidenten eingeladen. Und zwar war bei dessen Wahl in der Arena im Juni. "So haben wir es unmittelbar nach der Wahl abgesprochen", blickte Brand zurück.

 

Sommertheater

 

Schnusenberg mit einer Portion blau-weißer Ironie: "Wir haben uns nicht zufällig getroffen, sondern du bist mir regelrecht hinterher gerannt." Doch ihm sei die Fan-Arbeit sehr wichtig und deshalb stellte er sich zunächst den Fragen des stellvertretenden Bezirksleiters Thomas Köning aus Metelen.

 

100 Mitglieder verschiedener regionaler Schalke-Fanclubs waren gekommen und reihten sich in die Rolle des Fragest

ellers ein. Sie wollten viel von ihrem Präsidenten wissen. Das "unsägliche Sommertheater" (Schnusenberg) um Stephen Appiah, die verpasste Meisterschaft, oder das Gazprom-Engagement.

 

So ein Vertrauensverhältnis hätten die Schalker noch zu keinem Hauptsponsor gehabt, auch die Partnerschaft zu Zenit St. Petersburg werde immer enger. Und: "Wir würden die Entscheidung heute noch mal genau so treffen." Denn: "Wenn wir anfangen, Sponsoren nach moralischem Urteil auszusuchen, haben wir schon verloren", ist Schnusenberg überzeugt.

 

Preiserhöhung

 

Das Gazprom-Geld solle in erster Linie in den sportlichen Bereich fließen. Wie bei der Verpflichtung von Großmüller. "Der ganz große Druck ist erstmal raus. Vielleicht legen wir im Januar noch einmal nach", so Schnusenberg. Samstag werde der Uruguayer wohl zum ersten Mal auflaufen. Und zwar zum Derby gegen die Dortmunder. "Ich zähle auf euch Fans, dass - wie bisher - die Aktionen um Derby intelligent sein werden." Egall, ob verbal oder mit Transparenten.

 

Die Fragen schwenkten über zu den Preiserhöhungen in der Arena, die Schnusenberg zwar als "moderat" bewertete, die er aber beim Präsidiumsbeschluss selbst abgelehnt habe. Zum Thema Rauchverbot im Stadion: "Das zu kontrollieren, halte ich für ausgeschlossen".

 

Auch die verpasste Meisterschaft haben die Fans noch nicht abgehakt. Der Präsident nahm es mit Humor: "Wenn wir es in dieser Saison nicht schaffen, sollten wir uns die 50-Jahr-Feier der Nicht-Meisterschaft nicht versauen lassen." Vielleicht hat er bereits eine Vorahnung, denn sein Tipp lautete am Ende der Veranstaltung: "Ich sehe uns am Ende der laufenden Saison mindestens auf dem zweiten Platz." - tst

Foto und Text: Münsterische Zeitung

 

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